Ein wunderbares Spiel


#1

- Ein wunderbares Spiel -

Kingdom Come: Deliverance - auf diese Art von PC-Spiel habe ich mich seit vor der Veröffentlichung von “Oblivion” (Bethesda) gesehnt. Meine Vorstellung, durch Wälder zu pirschen oder vom Pferd aus Tiere im Wald nachzugehen, zu jagen (“wildern”), das (gestohlene) Fleisch bei einem nächsten Wirt zu braten, um es dann (legal) zu verkaufen, damit Geld zu verdienen, um mir dann Rüstung zu kaufen oder etwas zu essen, zu trinken oder um ein Buch für Alchemie zu kaufen - all das habe ich seit jeher vermisst.

Kingdom Come: Deliverance ist ein Meilenstein. Mich befriedigt dieses Spiel in einigen Punkten so sehr, dass es in der Tat viele andere Rollenspiele damit eiskalt in den Schatten stellt. Man greife sich beispielsweise einmal den Punkt “Wälder” heraus. Die Wälder sind so derart natürlich und schön gewachsen (“gestaltet”), dass man einfach das Gefühl hat, in einem echten Wald zu stehen. Wer das Gefühl der Naturverbundenheit inne hat, der weiß, was ich meine. Selbiges Gefühl gilt für auch für Wiesen, Hecken und all die naturgeballte Kraft, welche man in diesem Spiel zu sehen bekommt - im wahrsten Sinne des Wortes. Nirgendwo anders kann man die Natur so sehr intensiv spüren, wie in diesem Spiel.

Kingdom Come: Deliverance punktet in meinen Augen ganz klar auch, wenn es um die Inszenierung der Unterhaltungen geht, wie in der Hauptquest immer mal wieder ganz klar präsentiert wird. Zum Beispiel, wie Unterhaltungen stattfinden, wie die Gesten und wie die Mimik einzelner Beteiligter in den Unterhaltungen emotional auf den Punkt bringt, was ich mir in einem Rollenspiel immer gewünscht habe aber wirklich nur selten so intensiv erlebt habe. Auch humorvolle Begegnungen haben mich wirklich (von innen heraus) herzhaft zum lachen gebracht - zum Beispiel einige Begegnungen mit Herrn Hans - den ich Anfangs für absolut arrogant und maßlos überheblich fand aber dann - nachdem ich mit ihm “wildern” gegangen bin - meine Einstellung ihm gegenüber grundlegend geändert hat (und dies auch so blieb, bis zum Ende des Spiels)… Oder als Herr Hans einen Pfeil in den Arsch bekommt und ich ihn dann aus der Burg tragen musste… Aber auch die vielen, vielen anderen Unterhaltungen und Begegnungen mit den engsten Vertrauten in der Hauptquest hat für mich persönlich einen bleibenden (positiven) Eindruck hinterlassen.

Abseits des roten Fadens im Spiel empfehle ich, dass man sich im Bogenschießen übt, durch die Wälder streift … unmittelbar südwestlich von Sedechko, auf der anderen Seite des Flusses, kann man hervorragend Wildschweine wildern … um so schnell an gutes Geld zu kommen. (Kleiner Tipp) Man wildert nicht einfach nur - man erlebt die NATUR im wahrsten Sinne des Wortes.

Und nebenbei ein gutes Buch über Pflanzen parat haben (in Real!), um einfach mal über die Brennnessel oder über Wermut nachlesen, über die Minze und ihrer Heilwirkung. Dann macht es fast doppelt so viel Spaß sich in der Alchemie (im Spiel) zu üben. Schließlich möchte man dann unbedingt das besondere Ziel erreichen, Tränke “automatisch” brauen zu können und sich ganz beiläufig dem Realismus (im Spiel!) zu erfreuen. Raus aus dem Gebäude, am Kloster vorbei reiten, vom Schmied der Sasauer Stadt freundlich begrüßt zu werden, mit dem Pferd über eine Hecke zwischen zwei Bäumen zu springen, durch den offen stehenden Stall zu traben und hin zur nächsten Taverne, auf die ich mich freue, weil ich dort eine kleine Pause einlegen will, um ein wenig mit einem Spieler zu würfeln. Danach wird etwas getrunken und gegessen, nur um dann erneut durch die Wälder zu streifen.

Kingdom Come: Deliverance ist erwähnenswert für alle Rollenspieler, die bei “anderen Rollenspielen” oft das Gefühl bekamen, dass es zu “Actiongeladen” und zu “Kommerz” sei.

…Ich liebe dieses Spiel. Ich würde dem Spiel eine gefühlte 90% -Wertung geben. Ich habe lange darüber nachgedacht - daher ist meine Rezension auch nicht “schnell verfasst”, sondern wohlüberlegt worden.

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Die fand ich so schön, die musste ich ausdrucken… (Größe: Fast DIN A0, 16 DIN A4-Blätter)

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Die Karte zusammengerollt. Die Ränder habe ich erst mit der Schere ausgeschnitten und dann mit einem Feuerzeug entsprechend (kurz!) angekokelt.


PS: Zum Abschluss möchte ich mitteilen, dass ich die Spiele-Wertungen der Redakteure der Spieleverlage sehr negativ finde. Ich möchte dazu wirklich nur anmerkden, dass ich der Ansicht bin, dass diese verlernt haben, was wirkliches Rollenspiel/Adventure bedeutet und dass ich glaube, dass die (Redakteure) einfach zu viel “GTA”, “Watch Dogs” und andere kommerzielle Produkte konsumieren und daher das Gefühl für echte Spiele verloren haben, wie es sie schon lange Zeit nicht mehr gab.

Würde doch Kingdom Come: Deliverance nach einiger Zeit noch als reines “Offline”-Produkt herauskommen, welches man ohne Internetzugang spielen könnte, in einer schicken “Collectors (Offline!-)Edition” - das wäre einer schicken Vitrine würdig. Denn dieser Onlinezwang ist eine absolute Pest in unserer heutigen, verdummenden “Generation Whatsapp”.


#2

Weiß nicht in wie fern es sinnvoll ist in diesem Forum eine andere Sprache als Englisch zu benutzen. Glaube nicht das irgendein developer auch nur versucht zu übersetzen.


#3

Wenn es Leute lesen wollen, werden sie es übersetzen. Wüsste nicht, wieso ich hier auf Englisch schreiben muss. Ich bin Deutscher und schreibe Deutsch. Gerade in dieser Generation sollte es doch kein Problem sein “Google translator” regelmäßig zu benutzen.


#4

Guten Morgen Matti79

Sehr schön beschrieben wie das Spiel auf jemanden wirken kann, mir geht es genau so wie dir.

Auch ich streife einfach gerne durch die Gegend und lasse alles auf mich wirken und genieße einfach die Eindrücke die auf mich einwirken, dieses Spiel gibt mir tatsächlich seit Jahren wieder mal den Eindruck teil dieser Welt zu sein, und nicht nur daneben zu stehen und hin und wieder mal eingreifen zu dürfen.

Es ist einfach schön das Gefühl zu haben man gehört dazu und kann auch tatsächlich aktiv was dazu beitragen um die Welt zu ändern, auch die Tatsache das man an so viele Aufgaben wohl überlegt und auch weitsichtig herangehen kann fasziniert mich, anstatt einfach nur Brain AFK und stumpf alles um zu hacken was einem über den Weg läuft.

Leider ist meine Wahrnehmung so das viele das Spiel einfach falsch Interpretieren und es daher auch falsch angehen, dass Spiel will und möchte schwer sein, es muss und sollte sogar für heutige Verhältnisse Politisch unkorrekt sein, denn so war es nun mal früher und es ist gut so das es kompromisslos umgesetzt wird.
Klar sind die Kämpfe schwierig und das Schlösser knacken ist auch nicht ohne aber genau das soll so sein, damit man sich auch ein bisschen dahinter klemmen muss und wenn man sich die mühe macht und übt klappt es auch mit dem Schlösser knacken besser, aber mann muss auch bereit dafür sein was zu tun, also gehe zum Müller Peschek und der lässt einen bis zu einem bestimmt grad kosten los an einer Truhe üben usw.

Es muss halt auch die Bereitschaft der Spieler da sein auch aktiv was zu machen, aber es ist leider heute so das wenn eine Aufgabe mal länger wie 15 Minuten geht und man ein oder zwei mal scheitert einfach das Handtuch geworfen wird und das Spiel als Langweilig und zu schwierig angesehen wird. Es kommen dann so ausreden wie “ich habe ja nicht so die Zeit am Abend” oder “ICH lasse mir von niemanden vorschreiben wie ich was zu tun habe” was aber nach meiner Wahrnehmung einfach nur ausreden sind, da einfach keine Lust vorhanden ist sich auch mal rein zu hängen die Arschbacken zusammen zu kneifen und zu überlegen was für Alternativen man noch hat um diese Aufgabe zu lösen, ganz einfach und lapidar gesagt auch mal zu Denken und zu überlegen, und es auch zu akzeptieren das man eben nicht alles in einer Woche gesehen und erlebt hat.

Die heutige Spiele Kultur ist leider fast nur noch dahin geprägt es dem Spieler so simpel wie möglich zu machen, wir kennen es ja alle da wird man von einem magischen Pfeil direkt zu Aufgabe geführt, und am besten noch mit automatischem laufen damit ja nicht zu viel selber machen muss, und ist man dann bei der Aufgabe angekommen ist es noch am besten nur noch ein Taste zu drücken die dann auch noch automatisch alles für mich erledigt. Und da frage ich mich wozu kauft man sich so was um dann doch nur wieder der Zuschauer zu sein.

Will man denn nicht wirklich selber aktiv sein, mit eingreifen in das geschehen und nach getaner Arbeit wo man ordentlich geschwitzt hat sich dann gemütlich zurück lehnen und denken “Wahnsinn was gerade passiert ist und was ich erlebt habe, aber ich habe es mit viel Blut, schweiß und tränen geschafft”.

Meine Hoffnung und wünsche sind es, das die Spiele Kultur wieder dahin geht das die Spieler auch wieder bereit sind was zu tun im Spiel, aktiv sein zu wollen, und nicht nur der passive zu schauer der hin und wieder mal eine Taste drückt damit er auch in irgend einer Form vom Spiel beschäftigt wird.


#5

Was für ein guter Beitrag. Danke für die schöne Antwort, Toroges.

…“Drücke schnell hintereinajder “F”, um den Gegner vom Pferd zu stoßen!”

…“Lade Deine Errungenschaften auf Facebook hoch, um sie mit Anderen teilen zu können!”

Beispiel: Dass heutzutage - 2018 - viele Menschen meckern, dass das Spiel ein “Nischenprodukt” sei, liegt daran, dass sie einfach keine Spieler (“Gamer”) sind. Sie akzeptieren die verblödeten Massenmedien, laden Gästebuchbilder in “soziale” Medien rauf und wundern sich dann, wenn sie nicht mehr klar kommen, wenn ein Profiteam namens Warhorse Studius ein Spiel aus dem Boden stampft, das im Grunde konkurrenzlos ist - so, wie das Spiel nun einmal existiert zurzeit.

Meine größte Angst besteht darin, dass der Entwickler den verblödeten Massenmedien nachgibt und Stück für Stück das Spiel “casual” patcht, damit auch jeder Sepp/Michel/Heinz das Spiel als erachtenswert empfindet. Das Spiel ist deshalb allein schon konkurrenzlos, weil es sich an reale Dinge hält, die es auch hier im Leben gibt…:

Auf den Wiesen gibt es Löwenzahn, Minze, Beinwell, Moonblumen usw. und nicht “Lavaschoten”, “Manablumen” und all das, was aus einem Rollenspiel ein innerlich seelenlosses Spiel macht, wo man dann eigentlich nur noch Erungenschaften sammelt, um sie “seinen Kumpels zu zeigen”. Das ist sooo dumm, dass ich persönlich mittlerweile viele, viele PC-Spiele gar nicht mehr kaufe, vollkommen egal, welche “Spielewertung” sie durch die verblödeten Spieleverlage erhalten haben. Ich finde auch nicht, dass ich mit dem Vokabel “verblödet” jetzt gegen die Nettiquette oder gegen die Nutzungsbestimmungen verstoße. Zum einen, weil’s meine Meinung ist - zum anderen, weil es ausgesprochen werden muss. Wenn ich das nicht dürfte, ginge es in Richtung Zensur und jeder Michel/Heinz/Müller würde nur noch gleichgeschaltet entsprechend über irgendetwas “Bericht erstatten” - genau das, was ich ja so verblödet finde.

Ich hatte mich jahrelang damit angefreundet in den “Wäldern die Ruhe zu finden” in Spielen, wie “Oblivion”, “Skyrim” usw. Aber das ist einfach alles nicht Dasselbe. Im Gehirn wirkt Kingdom Come: Deliverance real. Wirklich real. Wie manche Spieleverlage schreiben, das Spiel sei “technisch veraltet”, ist gelinde gesagt eine Frechheit. Mögen die mal die Shader (u.a.) auf “ultra” stellen, um in der Abenddämmerung an einem Feldwege (müßig) entlang reiten, um die Natur zu “fühlen”. Aber so was können die ja nicht. Wirklich nicht. Das, was hier im Spiel präsentiert wird, ist - wie gesagt - konkurrenzlos. Und nicht “technisch veraltet”. Es ist glatt gelogen, was sich hier manche Spieleverlage zusammenbasteln. Auch was andere Beispiele angeht, wo das behauptet wird.


#6

Mir geht es ähnlich wie @Matti79, wenn ich mich wirklich mal ausdrücken will und der Beitrag deshalb länger wird dann schreibe ich ihn in Deutsch weil ich mich in dieser Sprache leichter, eloquenter und abwechslungsreicher ausdrücken kann als mit meinen bescheidenen Englisch Kenntnissen.
Ich schreibe teilweise zwar auch auf Englisch allerdings fallen da meine Beiträge in der Regel kürzer aus und sind bestimmt auch nicht immer so überzeugend wie wenn ich sie auf Deutsch abfassen würde.


#7

Denke der Beitrag ist mehr für die Community als für die Entwickler. Dort gibt es zwar auch deutschsprachige aber denke die haben grad eh nen ‚Arsch voll Arbeit‘ um mal den wundervollen Ton des Spiels aufzugreifen.
Danke für diesen tollen Artikel. Holt mich total ab - ich vergöttere das Spiel ohne meine Skepsis gegenüber dem schlechten Zustand zu verlieren. Und ich denke da liegt der Hund für die schlechten Redaktionskritken begraben. Das Spiel ist für mich wegweisend aber erst ein Nachfolger kann auch ein Meilenstein werden, so er in besserem Zustand verkauft wird. Ich denke dass ist der Konflikt mit dem die Presse hadert. Ich hätte mir aber auch gewünscht, dass es bessere Kritiken bekommt, da mich dieses Spiel ganz besonders berührt. Das hat aber Warhorse mit dem Relase bissl versemmelt. Der Nachfolger wird’s richten :slight_smile:


#8

Schön geschriebener Eindruck, ich bin ganz bei dir!

Die Wertungen der Spielemagazine kann ich allerdings zum Teil nachvollziehen. Geschickt war die Gamestar, vergab aktuell eine 77, wertet aber auf 82 auf, wenn WH die Bugs in den Griff bekommt. Für mich persönlich ist das Spiel auch eine klare 95/100, weil ich genau wie du seit Oblivion auf eine solche rohe und einnehmende Spielerfahrung gewartet habe. Andere gehen da allerdings ohne die “rosarote Mittelalter- und Gothicbrille” ran, was eben zu diesen Wertungen führt.

Allerdings sehen es viele Spieler eher so wie wir, wenn man sich bei Steam durch die Spielerrezensionen kämpft, und das freut mich sehr!


#9

Ich danke für eure Beiträge, BeervengerPud und Zeal.

…Wenn es nach mir ginge, müsste man allerdings “Spiele”, wie “GTA5” abwerten, weil in jedem Satz nichts Anderes als “Motherfuck suck boy shit fuck your mother” und so ein Kram gequatscht wird - auf einer Ebene, die einfach unter aller Kanone ist. Zumal die Entwickler von “GTA5” es nicht gebacken bekommen das Installationsprogramm so zu programmieren, dass das Spiel STARTBAR ist. Ein Spiel, das man nicht starten kann, sollte meiner Meinung nach 0% Wertung erhalten. Punkt.

…Und über Kingdom Come: Deliverance lässt man sich Seitens der Spieleverlage so aus, als wäre es ein schlechter Release gewesen und hätte “nur” 75 bis 82% Spielwertung verdient? DAS muss man mal verstehen. Ich nicht.

Ich möchte einfach mal meine Gedanken dazu loswerden anhand dieses einen Punktes:

  • Wieso wird gerade so ein Spiel, wie dieses, überhaupt so abwertend seitens der Spieleverlage behandelt? Hier wird so getan, als wäre es so fehlerhaft, wie damals das “Gothic 3”. Ich weiß, dass ich wohl einer der Wenigen bin, wo das Spiel in der Tat kein einziges Mal abgestürzt ist oder sonst was passiert ist, was die Quest kaputt gemacht hätte.

Einmal blieb der Vogt von Rattay im Wald mit zwei Wachen stehen und bewegte sich nicht mehr. Kein Ansprechen möglich - in Folge die Hauptquest kaputt. Na und? Ich habe einen Bogen genommen, in der Hoffnung, dass sie mich verhaften wollen. Hat geklappt. Habe 200 Münzen gezahlt und dann konnte ich den Vogt ansprechen. Das war wirklich alles, was mir negativ widerfuhr - im Spiel.

Aber wie kann es denn sein, dass wie durch Magie andere Spiele, wo als nur rumgeballert wird, teils 93% Wertung bekommen und Spiele, wie Kingdom Come: Deliverance - was wie gesagt konkurrenzlos ist - so abgestraft wird, wo es eigentlich selbstredent ist, dass der Entwickler schnell die übelsten Fehler fixt? (Ich meine, man geht doch bei SO EINEM Spiel als Verlags-Spieletester davon aus, dass sie gefixt werden.) Vielleicht sollte man dieses Spiel erst werten, wenn eine gute Woche vergangen ist. Weil es einfach unmenschlich ist einem Spiel in dieser Größe
abzuverlangen, dass es bereits am Tag der Veröffentlichung für alle User mit völlig unterschiedlichen System fehlerfrei läuft.

Und ja- ich wiederhole noch mal - dass das Spiel bei mir von Anfang bis zum Ende fehlerfrei lief, bis auf die Sache mit dem Vogt von Rattay.

Und die “fehlenden Köpfe” (als Beispiel), wenn man “zu schnell” in eine neue Gegend reitet, sowie die matschigen Texturen der Objekte, die erst nachgeladen werden müssen… Also bitte… (!)… Da dürfte man niemals - aber auch wirklich niemals als “Kritik” oder als Abwertung der Spielewertung ahnden. Ich meine, man muss dem Spiel einfach die Zeit lassen, mal ein wenig laden zu dürfen. Oder nicht?

Beim C64 hatte ich ja auch vier Minuten (ohne “Turbo loader”) gewartet, bis das Spiel geladen wurde. Ja, ich weiß, die Generation “Whatsapp” heutzutage will, dass alles in Lichtgeschwindigkeit funktioniert, aber warum spielen dann diese Leute so was, wie Kingdom Come: Deliverance? Es gibt doch mittlerweile so richtig “tolle” Spiele, die man fürs Handy runterladen kann, wo man pro Fingertipp von einem weißfarbenen Strich auf einen Höheren hüpfen kann - und man bekommt sogar noch Punkte dafür…


#10

Ich verstehe deinen Unmut, geht mir mit den Wertungen ja genau so. Besonders wünscht man sich ja als Fan, dass sich das Spiel bestmöglich verkauft, damit WH weitere Patches und auch den geplanten Nachfolger bringt. Als “objektives Mittelmaß” liegt KCD in meinem Empfinden bei 82 - 86/100, was auch durchaus gerechtfertigt ist.

Besonders übel nehme ich es aber manchen Spieleredaktionen, die das Speichersystem, das Kampfsystem und/oder das Bogenschießen abwerten. Oder noch besser, generell alle Spielmechaniken ablehnen, in die sich sowohl Heinrich als auch der Spieler erst einarbeiten muss.

In Zeiten, in denen Skyrim zum 268. Mal neu aufgelegt und auf dem Toaster oder der Kaffeemaschine spielbar sein wird, sind viele Spieler einfach den “leichtesten” Weg in Bezug auf RPGs gewöhnt:

Held erstellen -> NPCs umbutzen ->Talentbaum bissl ausbauen -> weitere NPCs plattwalzen -> Ende

Es ist echt schade, dass sich viele Spieler nicht mehr auf ein “echtes” RPG einstellen können. Übrigens, wo du Gothic 3 ansprichst… das habe ich mit installiertem Community Patch auch geliebt! :slight_smile:


#11

Besonders übel nehme ich es aber manchen Spieleredaktionen, die das Speichersystem, das Kampfsystem und/oder das Bogenschießen abwerten. Oder noch besser, generell alle Spielmechaniken ablehnen, in die sich sowohl Heinrich als auch der Spieler erst einarbeiten muss.

Das ist übel - finde ich auch. Zum Speichersystem meine ich Folgendes: Immer mal ein paar Retterschnaps kaufen, wenn man nächtigen muss. (Der Wirt hat ja jeden Tag 2 bis 3 auf Lager.) Mindestens irgendwo, wo man schlafen “darf” (Wo es nicht illgal ist) mindestens 1 Stunde schlafen. (Kürzer geht ja nicht.)

Thema Bogenschießen: Ich bin superdirekt: Das BOGENSCHIESSEN verbessert sich mit dem Skill/Fähigkeit. Außerdem… In Kingdome Come: Deliverance erlebe ich das Bogeschenschießen so gut und so angenehm - gerade weil es auch mal daneben gehen kann und ich Pfeile verschieße - wie ich es sonst in keinem Spiel der Welt erlebt habe…

Und mit einen Skill von derzeit “12” kann man ja nun auch behaupten, dass das Bogenschießen in der Tat wirklich fühlbar besser wird, je höher die Stufe ist.

Da frage ich mich, wenn Andere darüber ablästern… Wo ist das Problem?… Wo?
Oder spielen die Herren Redakteure von Spieleverlagen das Bogenschießen nur auf/bis Stufe 1 bis 3, und deswegen ist das Bogenschießen auch so scheisse? Wenn ja, dann wären ihre Spieletests zu Kingdome Come: Deliverance ja auch gar nicht gerechtfertigt, weil sie ja gar nicht erlebt haben, wie sehr viel leichter alles funktioniert, wenn man auch genüg übt?..

Und ich gebe wirklich nicht damit an. Ich meine das echt ernst, wo das Problem ist mit dem Bogeschenschießen? Wollen diese Leute eine Taste, z.B. Num5, die man drückt und der Pfeil wird auf den Gegner “gelockt”? Ja? Echt? …Oh man… Vielleicht wären die Handyapps/Spiele auf dem Handy dann die Bessere Wahl für solche “Gamer”.

Selbst in Skyrim ist das bogenschießen nicht so gut, wie in Kingdome Come: Deliverance - zumal man in Skyrim ohnehin alles eh “nur” abknallt, was einem über den Weg läuft - also gar nicht weiter erwähnenswert - bis auf die Tatsache, dass “Skyrim, Oblvion, Far Cry 2/3/4/5, Assasins Creed” alle Dasselbe gemeinsam haben:

ABRASEN -> SKILLEN -> SCHNELL RUMRENNEN QUESTS ABKLOPPEN.

Nebenbei: In einem echten Rollenspiel “klappert man eh nichts ab”. In einem echten Rollenspiel VERHÄLT man sich entsprechen der Spielwelt angemessen. Dass das “korrekte Verhalten” in Kingdome Come: Deliverance vorausgesetzt wird, macht es ja gerade so konkurrenzlos. Dass man in Oblivion/Skyrim/Far Cry/Assasins Creed/GTA kein Verhalten an den Tag legen braucht, erklärt auch, wieso die Leute immer mehr abstumpfen und gar nicht mehr wissen, was den (eigentlichen) Wert eines (echten) PC-Spiels überhaupt ausmacht. Und solche Games, wo überall online die Leute rumhüppen und alle einen “Dinosaueir als Reittier” haben - macht das Ganze natürlich nicht besser…

Und das zerstört wirklich alles im Spielegenre, was es zu zerstören gibt.

Und die Leute ? Die Leute machen “alles nur noch schneller” und können nicht mal etwas langsam erledigen. Weil sie ständig und überall nur noch VOLLGETRIGGERT und VOLLGESCHÜTTET werden mit Spieleinhaltlichen MÜLL und im Grund so eine subtile Art von “ADHS” innehaben deswegen - auch wenn ihnen das nicht bewusst ist. (!)

In Zeiten, in denen Skyrim zum 268. Mal neu aufgelegt und auf dem Toaster oder der Kaffeemaschine spielbar sein wird, sind viele Spieler einfach den “leichtesten” Weg in Bezug auf RPGs gewöhnt:

Held erstellen -> NPCs umbutzen ->Talentbaum bissl ausbauen -> weitere NPCs plattwalzen -> Ende

Das sind solche Spiele, die krank machen. Weil der ursprüngliche Wert eines PC-Spiels seit vielen Jahren in den Dreck gezogen wird, nur weil Unternehmen schnell Geld machen wollen.

Das Gothic 3 ist auch sehr schön, wenn man auch dort es zu schätzen weiß einfach abseits der Quests ein wenig Reh zu jagen oder durch die Wälder zu schlüpfen, finde ich… Außerdem finde ich, werden Spiele, wie Gothic 3 viel zu wenig Beachtung geschenkt. Heutzutage wollen die Leute “Watch Dogs”. Ich habe das Spiel gefühlte 8 Minuten gespielt. Mir passte allein schon die Konsolenartige Spielsteuerung nicht und hatte es danach sofort wieder gelöscht. Würde so ein Spiel ja gern aus dem Fenster donnern (das meine ich ernst), aber leider kann ein Anderer das Spiel ja nicht mehr spielen, weil es an den Account gebunden ist. Leider.


#12

Genau, wo ist das Problem? Ich weiß es nicht. Schlafen funktioniert, Retterschnaps funktioniert, so what? Und von ein zwei kleinen Schnäppsen wird man ja noch lange nicht zum Alkoholiker. Das Bogenschießen gefällt mir auch richtig gut, da ich jetzt auch einen zweiten Spieldurchlauf angefangen habe, hat man sofort die progression von Heinrich gemerkt, es wird wirklich deutlich einfacher, je mehr Pfeile gespannt wurden. Und gerade das mal ein Pfeil daneben geht, ist doch der absolute Reiz. Wenn vier Banditen auf dich zukommen, gerade am Anfang des Spiels und man einen Pfeil nach dem anderen daneben schießt, ist es doch viel spannender, als alle innerhalb von 4 Sekunden mit akkuraten Schüssen niedergestreckt zu haben.

Ich habe auch so einige Spiele, bei denen ich mich ärgere die sogar im Sale gekauft zu haben. Watch Dogs steht auch da auf meiner Liste. :smiley:

Übrigens, hier findest du den aus meiner Sicht schlimmsten Test zu KCD https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kingdom-Come-Deliverance-angespielt-Oeder-Mittelaltertrip-3971685.html , besonders die Kommentare dazu sind herrlich. “Bitte hört auf, Spiele zu bewerten” :smiley:


#13

Ach!.. Der Heise-Test… Ja. Den hatt ich vor zwei oder drei Tagen auch mal angefangen zu lesen. Da wurde mir richtig übel, wie sie dort das Spiel in der Luft zerrissen haben. Alleine schon die Überschrift… Ab da an WUSSTE ich, dass es da irgenwie nicht mit rechten Dingen zugeht, bei den Verlagen. Wirklich.

…Und wenn solche Verlage mittlerweile auch nur einen Beitrag verfassen wollen, nur um “Klicks” zu generieren, dann stimmt ganz nebenbei was mit unserer Welt und mit den in diesen Unternehmen angestellten Mitarbeitern nicht mehr. Aber wir echten Gamer wissen ja gut die echten Schätze von diesen ganzen Massenproduktionen zu unterscheiden. Schlecht sieht es nur dann aus, wenn ein Unternehmen, das einen echten Schatz entwickelt hat, später vielleicht kein neues Spiel mehr rausbringen kann, weil die Presse alles in der Luft zerrissen hat. Ich hoffe, dass der Entwickler weiterentwickelt und dass wir ihn mit unserem Geld unterstützen können. Ich würde das jederzeit wieder gerne tun bei diesem.


#14

also ich bin auch der meinung diesen game isst das erste und einzige richtige rollenspiel seit jahrzehnen . es ist langsam und gemächlich aber weir sind nun mal im mittelalter da muss es einfach langsamer gehen . das alchemie system verdammt wer hatte diese geile iddee das ist einfach nur wahnsinn .warhorse hatt ier eine perle nein einen diamant von einem rollenspiel gezaubert das besser nicht sein könnte .
das die faceschmutz und dummapper das nicht begreifen ist nicht anderst zu erwarten gewesen .
fehler gibt es aber die haben skyrim und whitcher auch ohne ende .


#15

Blockquote Ich würde das jederzeit wieder gerne tun

Falls eine erneute Kickstarter-Kampagne erscheint, würde ich WH dieses Mal auch unterstützen. bei der ursprungskampagne, Schande über mein Haupt, bin ich davon ausgegangen, dass das Spiel eh nur für PC erscheint. Habe dann allerdings paar Tage vor offiziellem Release zugeschlagen. :slight_smile:


#16

Das Spiel ist einmalig, ich kann auch nicht verstehen wie die Redaktionen der verschiedenen Magazine die vielen Innovationen und lang ersehnten Mechaniken und vor allem das realismus Setting so unterschlagen haben.
Die Wertungen kann ich aber insofern nachvollziehen da ja noch einige teils auch gravierende Bugs vorhanden sind. Was man bei einem RPG in der größe aber auch erwarten kann.
Ich wusste schon bei der ersten Ankündigung dass dies kein 08/15 Rollenspiel wird
Warhorse wird weiter an dem Spiel feilen und es wird auch seinen verdienten Platz bekommen da bin ich mir sicher. Die Verkäufe sprechen jetzt schon eine eindeutige Sprache.
Hauptsache wir haben unseren Spass mit dem Spiel, lasst die Hater einfach reden… momentan prasselt ein richtiger “shitstorm” auf Warhorse nieder, das haben sie nicht verdient.


#17

darum hat das spiel so schlechte bewertung. hab da ein ganz gutes vidoe gefunden. hat halt nicht jeder gute meinung zum spiel…


#18

oh gott der rübezahl aka hipstar der kein geld hatt für nen rasierapperat den hätte ich sofort auf den scheiterhaufen geworfen aber das magazin ist echt das schllechteste von allen . gamstar war besser und objektiever


#19

Das Video ist vollkommen am Ziel vorbeigeschossen.

Man möge doch erst mal die Mesh und Texturen zu Ende laden lassen.

Und zudem, wie hier im Video Mesh und Texturen von Rattai geladen werden, frage ich mich, was das soll? Ich habe selbst auch “nur” eine Mittelklasse-GTX770 und einen AMD FX-8350 und das Fertigstellen der Mesh und der Texturen geht nun wirklich wesentlich schneller vonstatten, als hier im Video präsentiert.)

Das Video ist deshalb vollkommen am Ziel vorbeigeschossen, weil dieser Mann in dem Video versucht aus den paar Problemchen, die existier(t)en, ein ganz heißes Eisen zu machen… Das ist traurig, finde ich.

Zweitens:

Vollkommen übertrieben. Denn wieso kann dieser Mann vor der Kamera nicht einfach das Spiel für 7 Tage spielen und sehen, dass fleißig gepatcht wird und er erfreut sich an dem Spiel an dem Positiven, was es dort gibt und vor allen Dingen an seinem eigenen Fortschritt, weil er dann plöztlich mitbeokmmt, dass durch die Patches nun doch die Dinge klappen, die vorher nicht geklappt haben?

Es wird hier ja in dem Video so getan, als sei das Spiel technisch der absolute Graus. Und wie ich oben geschrieben habe, sollte dieser Mann vor der Kamera sich nicht beschweren, zwei, drei Stunden Spielzeit zu verplempern, wenn er einfach zu faul zu sein scheint, Retterschnaps zu kaufen oder einfach zu faul zu sein scheint auch mal ein wenig (ain aller Ruhe) die Tutorials im Inventar zu lesen… (?)

Oder wird jetzt hier auch noch versucht unserer Gesellschaft zu suggerieren, dass es “nicht ratsam sei Alkohol zu saufen”, um sein Leben zu retten (speichern)? Und deswegen erwähnen manche Verlage gar nicht erst, dass man “Retterschnaps” hätte verwenden können und stattdessen erwähnen sie lieber, wie sehr sie mal wieder zwei, drei Stunden Spielezeit verloren haben? Also bitte… Das wäre dann ja mal wirklich “dreist”, dieses Denken, finde ich. Weil zum einen im Spiel der (Umgang mit) Alkohol dazugehört und zum anderen war Alkohol im Mittelalter wohl sicher auf einer anderen Ebene gesellschaftlich wichtig und auch wertvoll(er), als es heutzutage der Fall ist. Ironischerweise ist es wohl eher die bittere Wahrheit, dass man früher den Alkoholkonsum zu vielen Dingen positiver verwenden konnte, als heutzutage.

Mit Alkhohol konnte man SCHMERZEN verdrängen. Beispielsweise. Wie viele Verletzte mussten früher wohl leiden nach einem Angriff des Gegners? Und durch Alkohol konnte man so manches Leiden verhindern oder zumindest abschwächen.

Ansonten:

Das Video zieht das Spiel auf eine Art und Weise herunter, das es nicht verdient hat. Selbst wenn es auf Konsolen abstürzt, dann weiß man doch, dass es gepacht werden wird. Also dann sollte man vielleicht die Herangehensweise für Spieletests erst einmal überdenken und das Patchen eines so großen Spiels ab Release grundsäztlich berücksichtigen - das heißt - eine gewisse Toleranz mit einbauen. Toleranz. Sie gehört dazu! :slight_smile:

Vielleicht sollte man als so genannter “Kritiker” sich mal ganz haarscharf überlegen, dass wir es hier lange nicht mehr um ein “Defender of the Crown” zu tun haben, das zwischen 300 und 800 KByte groß ist. Vielleicht auch noch Gedanken darüber machen, dass es technisch NICHT MÖGLICH IST zur Veröffentlichung ein Spiel heraus zu bringen, wo Abstürze hätten vermieden werden können. Demzufolge dürfte so eine Kritik, wie ein Spielabsturz auf einer Konsole, ohnehin ad acta gelegt werden müssen - und es sei nicht weiter erwähnenswert.

Ich will ja nicht so radikal wirken und das tue ich auch nicht, aber ich würde nicht gerade diesem “Youtube”-Kram oder diesen Videos, wo irgendetwas rezensiert wird, irgendein Gewicht geben. Das tue ich lieber bei privaten Sachen, bei Sport usw. Aber bewusst nicht bei Spielen. Ich möchte nämlich gerne meine eigene Erfahrung machen, wenn es um Spiele geht. Weil ich alleine am PC sitze und spiele. Demzufolge gucke ich so was auch gar nicht erst. Bei Gamestar habe auch damit aufgehört Videos zu gucken. Zum einen, weil mich die penetrante Werbung abschreckt und zum anderen, weil man erst den ganzen Werbefirmen im Browser “grünes Licht” geben muss, damit man das Video angucken darf, was ich aber mit noscript bewusst unterbinde, weil ich weder Keylogger noch Datensammel-Unternehmen an meinen Rechner lassen möchte. Nein danke. Ich möchte selbst meine Liebe für mich aufrechterhalten und so ein Spiel, wie KCD im Ersteindruck erleben - ohne dass mir bereits solche “Spaßseiten”, wie GAMESTAR oder PC GAMES schon alles vorgekaut und bereits im Vorfeld jeden Winkel des Spiels (Pseudo-)psychologisch auseinandergenommen haben, bis es nichts mehr zum auseinander nehmen gibt.

Wenn ich schon immer diese Überschriften dort lese “Alle Skills im Überlick” oder “Alle Rezepte im Überblick” - dann weiß ich immer schon “Bescheid” und schließe den Browser. (Das meine ich ernst.) Und außerdem: Wenn ich denke, ständig bei den “Spaßverlagen” vor dem Release eines Spiels schon alles wissen zu müssen…

1) wie die Spielwelt aussieht
2) Um was es da geht (Quest)
3) Welche Skills ich lernen kann usw.

…Dann brauche ich es im Grunde gar nicht mehr spielen! Denn der Spaßverlag hat ja schon für mich gespielt! Oder?

…Manchmal frage ich mich, wie wohl das Spiel ausgesehen hätte, hätte Heise.de das Spiel entwickelt? :wink:


#20

Leben und leben lassen, dass 4Players Video finde ich nicht schlecht gemacht. Es zeigt halt seine Meinung und er begründet schließlich auch, anstatt frei von der Leber etwas zu behaupten und abzuwerten.